BALTICSEAreport Newsletter KW 43

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Politik:

Schweden hat noch keine Regierung:  Auch einige Wochen nach den Wahlen hat Schweden noch keine Regierung. Solange diese nicht steht bleibt der alte Regierungschef, Stefan Lövfen weiter im Amt. Inzwischen sprechen Kritiker von Regierungschaos, vom Betrug am Wähler. Einem so komplizierte Regierungsbildung hat das Land seit Jahrzehnten nicht erlebt.  Einigen konnte sich eine Parlamentsmehrheit aus konservativen und liberalen Parteien sowie den rechtsextremen Schwedendemokraten bislang nur darauf, dass sie nicht von einem Sozialdemokraten regiert werden wollen. Der Parteichef der Moderaten, Ulf Kristersson hatte nach Lövfens Abwahl zunächst vom Parlamentspräsidenten den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten, konnte aber keine Regierung bilden. Nun soll Löfven versuchen, eine Mehrheit zu finden. Die Polarisierung in der schwedischen Politik erschwert die Koalitionenbildung, zudem hat der Wahlerfolg der rechtsextremen Schwedendemokraten – mit 17,5 Prozent drittstärkste Kraft – eine Mehrheit für einen der beiden Blöcke verhindert. sueddeutsche.debloomberg.com

Parlamentswahlen in Lettland: Bei den Parlamentswahlen in Lettland Anfang Oktober hat die Mitte-Rechts-Regierung ihre Mehrheit verloren. Die populistische Protestpartei KPVLV mit gut 14 Prozent der Stimmen aus dem Stand zweitstärkste Kraft geworden. Stärkste Partei wurde die vor allem von der starken russischen Minderheit gewählte Partei „Harmonie“ mit knapp 20 Prozent. Allerdings wird damit gerechnet, dass die bisherigen Regierungskräfte mit einer oder zwei weiteren Parteien koalieren und damit die zwei stärksten Parteien auf der Regierungsbank zu verhindern.  Inzwischen haben sich mehrere politische Parteien in Lettland  bereit erklärt, sich Expertengruppen anzuschließen, die über spezifische Aufgaben der neuen Regierung zu beraten. Co-Chairman von Attīstībai/Par! Daniels Pavļuts sagte, dass Vertreter seiner Partei bereit sind, sich mit der NKS zu treffen. AP hat auch Einladungen an andere Parteien – KPV LV, NCP, National Alliance, Union of Green and Farmers, New Unity – geschickt, sich am Donnerstag, den 25. Oktober, zu treffen und in Expertengruppen zu arbeiten. bnn-news.comfaz.net , taz.de

Kommunalwahl in Polen: Bei den Kommunalwahlen in Polen kommt nationalkonservative Regierungspartei PiS auf 32 Prozent der Stimmen – fünf Prozentpunkte mehr als bei der Kommunalwahl vor vier Jahren. Dennoch war es nicht der erhoffte Erdrutschsieg, den viele PiS Strategen erhofft hatten, zudem blieb die Partei vor allem in den Städten schwach. Die Rechtskonservativen stellen in neun von 16 Regionalparlamenten die stärkste Fraktion. Aber ihr Sieg fiel weniger deutlich aus als von ihr erhofft. In vielen Regionen wird sie deshalb Koalitionspartner brauchen – und da hat sie kaum Optionen. Die Bauernpartei PSL, die mit 14 bis 16 Prozent überraschend gut abschnitt, schloss ein Bündnis aus. deutschlandfunk.de

Litauen: Litauen ermöglicht ab Mai 2019 schwerkranken Patienten den Zugang zu Cannabis als Medizin. So hat das litauische Parlament einstimmig beschlossen, den Ärzten die Möglichkeit zu geben, Medizinalhanf zur Behandlung bestimmter Gesundheitszustände zu verschreiben. leafly.de

Protest in Litauen:  Journalisten fürchten um Pressefreiheit. Der Grund:  Die Regierung hat ein Tondokument vernichten lassen, auf dem sich der Regierungschef Saulius Skvernelis angeblich kritisch über freie Medien äußert de.euronews.com

Polen schimpft über EU-Fremdherrschaft: Beim deutsch-polnischen Forum an diesem Dienstag ließ der deutsche Bundespräsident seinen Unmut über seinen polnischen Kollegen Andrzej Duda durchblicken. Duda schilderte die aktuellen Beziehungen zur Europäischen Union so , als sei die EU nur eine neue Form von Fremdherrschaft. Das ließ Steinmeier nicht auf sich sitzen. Die EU sei ein freiwilliger Zusammenschluss und nicht nur eine Wirtschafts-, sondern auch eine Rechtsgemeinschaft. „Niemand darf überrascht sein, dass europäische Gerichte zu innerstaatlichen Streitfragen Stellung nehmen“, sagte er zum Urteil des EuGH, dass Polen die Frühpensionierung hoher Richter aussetzen müsse. „Die Frage ist, ob wir Entscheidungen europäischer Gerichte akzeptieren oder nicht.“ Duda jedoch blieb bei seiner Linie, Polen als Opfer europäischer Übergriffigkeit darzustellen. Es habe doch Gründe, dass die Briten die EU verlassen wollen. „Die Briten lassen sich keine Fremdherrschaft gefallen.“ tagesspiegel.de

Finnland schickt Spitzenkandidaten für EU-Parlament ins Rennen: Die europäischen Konservativen schicken zwei Männer ins Rennen um die EVP-Spitzenkandidatur. Wer gewinnt, hat Aussicht Nachfolger von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zu werden. Ein Ex-Regierungschef, der Finne Alexander Stubb gegen en CSU Politiker Manfred Weber. Ein Finne gegen einen Deutschen. deutschlandfunk.de

Dänemark- Paradigmenwechsel: Bei der Eröffnungsdebatte des Folketings am Donnerstag umriss der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen einen radikalen Wandel in der dänischen Asylpolitik. Man will komplett neue Grundzüge des dänischen Asylsystems aushandeln. Damit kommt der dänische Ministerpräsident dem „Paradigmenwechsel“, den sein nationalistischer Koalitionspartner DF immer gefordert hatte, entgegen. Schon zu Beginn der Haushaltsverhandlungen zeigte dieses  Wirkung. Thulesen Dahl zeigte sich bereit, es zu akzeptieren, dass die wenigen Flüchtlinge, die in Zukunft überhaupt noch aufgenommen werden sollen, arbeiten und sich fortbilden – weil nach den Løkke-Plänen ja sichergestellt wäre, dass sie, sobald möglich, Dänemark wieder verlassen. Egal, wie eng ihre Anbindung an Land und Leute in den Jahren ihres Aufenthaltes in Dänemark sei. shz.de

EUGH kassiert Entscheidung der polnischen Regierung bei der Pensionierung polnischer Richter: Rückschlag für die Regierung in Warschau: Nach einer Eilentscheidung des Europäischen Gerichtshof hat Polens oberste Richterin ihre zwangspensionierten Kollegen wieder zum Dienst gerufen. spiegel.de , tagesschau.de

Gouverneur von St. Petersburg: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Gouverneur von St. Petersburg, Georgij Poltawtschenko, von seinem Dienst entbunden. Er bot ihm an, stattdessen das größte Schiffbauunternehmen Russlands, die United Shipbuilding Corporation, zu leiten. owc.de

Dänemark verlangt Aufklärung von Deutschland: Hätte die dänische Regierung den Cum-Ex-Betrug im eigenen Land stoppen können, wenn Deutschland sie rechtzeitig informiert hätte?  zeit.de
Dänemark: Verlängerung der Grenzkontrollen um weitere sechs Monate.  maz-online.de
Polen: Eklat im Europäischen Ministerrat. tagesschau.de

Sicherheit:

Ostsee mit neuen Konfrontationen:Die Ostsee ist zum Schauplatz der neuen Konfrontation zwischen Nato und Russland geworden. Die Bundeswehr soll bei der Verteidigung der nassen Flanke des Bündnisses eine führende Rolle einnehmen.In Norwegen läuft in diesen Wochen eines der gewaltigsten Manöver seit dem Ende des Kalten Kriegs mit rund 50 000 Soldaten, bis zu 10 000 Fahrzeugen und Panzern sowie 65 Schiffen und 150 Flugzeugen. Alle Nato-Staaten – einschließlich Deutschland – sowie die eigentlich neutralen Ostsee-Anrainer Schweden und Finnland sind dabei. lr-online.de thebarentobserver.com

Klimawandel schafft neue Handelswege: Durch den Klimawandel schmilzt das Eis der Arktis und neue Schiffahrtswege und Zugänge zu Rohstoffen werden möglich. Damit verändern sich geostrategische Interessen. Russland , wer die eisfreie Aussage nach Osten benutzen darf. Denn das größte Land der Erde erhebt Anspruch auf eine Wirtschaftszone, die von seiner Grenze mit Norwegen in gerader Linie zum Nordpol führt und von dort in ebenso gerader Linie wieder nach Süden bis an die Beringstraße. Das ist etwa die Hälfte der gesamten Arktisfläche. Die Russen haben einen entsprechenden Antrag 2001 bei den Vereinten Nationen eingereicht, der aber bislang nicht behandelt wurde. Wie ernst es den Russen mit diesem Anspruch ist , zeigt die Warnung des russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu: „Heute hat sich die Arktis für eine Reihe von Staaten in ein Objekt von territorialen, militärstrategischen und Rohstoffinteressen verwandelt. Das kann zu wachsendem Konfliktpotenzial in der Region führen.“ 2007 hatten russische  U-Boote in mehr als 4000 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund am Nordpol eine russische Staatsflagge gesetzt.  Denn hier lagern die strategische Rohstoffreserve Russlands. Beispielsweise Lagerstätten von 7,4 Milliarden Tonnen Erdöl, 50,8 Trillionen Kubikmeter Gas, 613 Millionen Tonnen Steinkohle und 18,2 Millionen Tonnen seltener Erden.  tagesspiegel.de

Cyberangriffe auf lettische Institutionen: Russland hat Cyberangriffe auf den lettischen Außen- und Verteidigungsapparat und andere staatliche Institutionen durchgeführt, so ein lettischer Geheimdienst. Der russische Geheimdienst (GRU) hat in den letzten Jahren versucht, per E-Mail auf Phishing-Angriffe gegen Regierungscomputer zuzugreifen, sagte das lettische Verfassungsschutzamt. voanews.com

Drohnen-Schwarm über Ostsee: Airbus testet mit Drohnen neue Luftkampftechniken über der Ostsee,  die Drohnen sollen später die Besatzung der Flugzeuge unterstützen, indem sie aufklären, gegnerisches Radar und Kommunikation stören und auch selbst Ziele bekämpfen.  Noch handelt es sich bei dem Test um militärische Forschung. welt.de

Vertiefte deutsch – litauische Verteidugungszusammenarbeit: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, und der Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte Litauens, Brigadegeneral Valdemaras Rupsys, haben am 21. Oktober im litauischen Verteidigungsministerium in Vilnius ein Abkommen über eine vertiefte militärische Zusammenarbeit unterschrieben. Die litauische Iron Wolf-Brigade ist nun der deutschen Panzerdivision zugeordnet, die die Truppe für die einsatzgleiche Verpflichtung Enhanced Forward Presence in Litauen stellt. presseportal.de

Städte und Regionen:

Stockholm:  Olympiabewerbung vor dem Aus. Wird es doch nichts mit einer Bewerbung für Olympia 2026 aus Schwedens Hauptstadt? Der Stadtrat entscheidet, keine Steuergelder für das Sportevent freizugeben – damit steht die Bewerbung so gut wie vor dem Aus. dw.com

Sozialer Wohnungsbau in Kopenhagen: Dass auch Stararchitekten bezahlbare Wohnungen bauen können, versuchen nun die Kopenhagener Lokalmatadore von BIG mit ihrem Projekt Homes for all zu beweisen. Im Nordwesten Kopenhagens wird preiswerter Wohnraum dringend benötigt.  Das Budget: rund 8,5 Millionen Euro. Die Gebäude sind fünf Geschosse hoch, insgesamt 6.800 Quadratmeter groß, mit 66 Wohnungen zwischen 60 und 115 Quadratmetern Fläche. Bodentiefe Fenster, viel Holz, Südbalkone. Im Innenhof leuchten grüne Freiflächen, straßenseitig wurde durch die kurvige Bauform ein kleiner öffentlicher Platz geschaffen. Durchgänge im Erdgeschoss des Wohnhauses schaffen Verbindung zwischen Straße und Hof für Bewohnerinnen und Öffentlichkeit. baunetz.de

Kopenhagen und Malmö: Die Öresundbrücke verbindet Malmö und Kopenhagen. Bezahlbares Wohnen ist auf beiden Seiten des Öresunds knapp. Vor allem Kopenhagen hat einen massiven Zuzug von Menschen zu verzeichnen,  10.000 Menschen ziehen jährlich hierher. Um Platz zu schaffen, werden neue Stadtquartiere gebaut. derstandard.at

Turku und Helsinki: Immobilienpreise fallen in Tampere, steigen in Turku und Helsinki. yle.fi

Neue Parkzonen in Kopenhagen: Ende nächsten Monats werden in drei Bezirken in Kopenhagen neue Parkregeln eingeführt, während die Stadt ihren Kampf gegen die Parküberlastung fortsetzt. Ab dem 28. November werden in den drei Bezirken Nordvest, Valby und Islands Brygge zeitlich begrenzte Parkzonen eingerichtet.  cphpost.dk

Eigener Gehweg für Smartphonenutzer in Vilnius: Auf der Extra-Spur weisen auf den Boden gemalte Pfeile und eine sehr auffällige pinke Linie dem Smartphone-User den Weg.  Um Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden, hat Bürgermeister Remigijus Simasius kürzlich verboten, beim Überqueren von Straßen das Handy zu benutzen. jetzt.de

Malmö: Sozialdemokraten bleiben an der Macht. thelocal.se
Stockholm: Stadtrat will keinen Applestore. macwelt.de
Helsinki: Hochhausdistrikt geplant  baublatt.ch
St.Petersburg: Stockmann verkauft Shopping Center. helsinkitimes.fi

Wirtschaft und Technologie:

Mehr Dorsch und weniger Hering: Deutsche Fischer dürfen 2019  weniger Hering aus der westlichen Ostsee ziehen. Die erlaubte Fangmenge wird um fast die Hälfte reduziert, wie die EU-Staaten mitteilten. Die Fangquote für den Dorsch in der westlichen Ostsee wird um 70 Prozent angehoben. Die österreichische Agrarministerin Elisabeth Köstinger sprach von einem „guten und ausgewogenen Kompromiss“ und einer „vernünftigen Lösung“, die dem wirtschaftlichen Überleben der Fischer der Region gerecht werde und zugleich den Fischbestand schütze. ndr.de

US-Expertin Northstream 2 ist schlecht für Deutschland: North Stream 2 sei nicht nur schlecht für Europa, sondern auch schlecht für Deutschland. Die EU-Strategie für eine sichere Energieversorgung sehe eigentlich vor, sowohl bei Lieferanten als auch bei den Lieferwegen auf möglichst viele Anbieter zu setzen. North Stream 2 bedeute genau das Gegenteil: Man erhöhe den Importanteil von einem Lieferanten – Russland – und beziehe mehr Gas über die gleiche Route. Andere Länder wie China setzten auf eine deutlich stärkere Diversifizierung, so Agnia Grigas, Energieexpertin bei der US-Denkfabrik und -Lobbyorganisation Atlantic Council. Auch Dänemark könnte die Pläne für die Pipeline noch durchkreuzen. ostsee-zeitung.dehandelsblatt.com

Danske Bank: Nach einem Geldwäscheskandal bei der Dankte Bank hat die Dänische Finanzaufsicht den designierten Danske Bank-Chef abgelehnt. Jacob Aarup-Andersen wird nicht wie geplant neuer CEO der Danske Bank. Die dänische Finanzaufsichtsbehörde FSA hatte zuletzt Einspruch erhoben. handelsblatt.com

Transneft übernimmt Hafengesellschaft: Das russische Unternehmen Transneft, das vor allem Pipelines betreibt, übernimmt die größte russische Hafengesellschaft NMTP für einen Schnäppchenpreis, weil die Vorbesitzer im Gefängnis sitzen.  NMTP ist die russische Abkürzung für den Seehafen Noworossijsk, doch schon lang ist NMTP über den Status eines einzigen Hafen – und sei es der größte in ganz Russland – herausgewachsen. Neben dem Schwarzmeerhafen Noworossijsk besitzt NMTP auch die Ostseehäfen Primorsk und Baltisk. handelsblatt.com

Finnland: Laut Wirtschaftsnobelpreisträger Bengt Holmström ist mehr Flexibilität des finnischen Arbeitsmarktes notwendig, um die Wohlfahrtsgesellschaft zu retten. Finnland sei ein merkwürdiges Land, in dem mit den Gewerkschaften eine ausserparlamentarische Kraft Entscheidungsgewalt habe. Die Nichtmitglieder und Arbeitslosen hingegen haben keine Stimme. Ihm zufolge müsse die Gewerkschaftsbewegung notfalls gezwungen werden, schlechtere Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Besser wäre natürlich, wenn das auf dem Verhandlungswege erreicht werden könne.

BASF baut in Finnland: BASF hat  Harjavalta in Finnland als ersten Standort zur Herstellung von Batteriematerialien für den europäischen Automobilmarkt ausgewählt. electrive.net

Bargeldloses Schweden: Digitale Bezahldienste wie „Swish“ sind selbst auf dem Flohmarkt oder im Kiosk völlig üblich. regionalwolfenbuettel.de
Schwedens Nationalbank: Kündigt baldige Zinserhöhung an. bloomberg.com
Schweden: Niedrigster Armutsanteil in Europa. thelocal.se
BASF baut in Finnland: BASF hat nun Harjavalta in Finnland als ersten Standort zur Herstellung von Batteriematerialien für den europäischen Automobilmarkt ausgewählt. Die Anlage wird in Nachbarschaft zur Raffinerie des russischen Bergbaukonzerns Norilsk Nickel (Nornickel) entstehen. electrive.net
Finnland: Die Finnen gelten weltweit als E-Health-Vorreiter. Digitale Technologien sind im Gesundheits- und Sozialwesen längst etabliert. aerzteblatt.de
Estland: Neue gesetzliche Planungen gegen Geldwäsche. reuters.com

Umwelt und Nachhaltigkeit:

Dänemark aus für Diesel und Benziner: Dänemarks Premier Lars Lokke Rasmussen erklärte in einer Rede vor dem Parlament: „In nur 12 Jahren werden wir den Verkauf von neuen Diesel- und Benzinautos verbieten. Und in 17 Jahren muss jedes neue Auto in Dänemark ein Elektroauto oder ein anderes vollends emissionsfreies Auto sein.“ Der dänische Energieminister, Lars Lilleholt, hatte das Verbot bereits eine Woche zuvor während des Klimarats der Regierung angekündigt, aber noch keinen Zeitrahmen erwähnt. sonnenseite.com

Rückwurfverbot wird umgangen: Daten des Internationalen Rates für Meeresforschung (Ices) legen nahe, dass das Rückwurfverbot von Fischen, das seit 2015 schrittweise aber verbindlich eingeführt wird, nicht greift und versehentlich mitgefangene Fische weiter in hoher Zahl als Rückwurf im Meer landen. shz.de

Neue Schneckenart entdeckt: Forscher haben  eine neu eingeschleppte Tierart in der Ostsee entdeckt. Bei der Spezies handelt es sich um eine Kopfschildschnecke, die ursprünglich in Nordamerika beheimatet ist. Hunderte Eigelege  sind zurzeit an der Küste zwischen Wismar und Travemünde zu sehen. Welche Folgen ihre Ausbreitung auf die heimischen Ökosysteme hat, ist bisher noch völlig unklar. scinexx.de

Lebensmittelverschwendung und Klimafreundlichkeit: Als erste landesweite Lebensmittelkette in Dänemark hat Kvickly mit Too Good To Go eine Vereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung getroffen. Darüber hinaus
plant die dänische Regierung neben einer Plakette für klimafreundliche Lebensmittel eine Kampagne, um es den Konsumentinnen und Konsumenten einfacher zu machen, klimafreundlicher einzukaufen. Die Initiative soll in Zusammenarbeit mit mehreren Supermärkten entstehen. lebensmittelpraxis.de, bento.de

Mobilität und Verkehr: 

Verkehrsparadies Estland: Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, herrschen in Estland paradiesische Zustände. Der baltische Staat steht im Rankin der überlasteten Strassen an vorletzter Stelle. Die Esten verbringen nur 18,66 Stunden im Jahr Stau. Die am wenigsten überlasteten Straßen in der EU befinden sich in Finnland – sie verbringen nur 17,89 Stunden pro Jahr im Stau, so eine Studie der Europäischen Kommission. Diese basiert auf den neuesten Daten von 2016. Der Indikator geht von zwei 30 Kilometer langen Fahrten pro Tag (morgens und abends) und 220 Arbeitstagen aus. estonianworld.com

Schnelleres Bauen könnte Fehmarnbeltquerung zu Gute kommen: Die Planungen zur Fehmarnbelt-Querung werden Teil eines neuen Gesetzes mit dem Titel   „Gesetz zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich“ . Hiermit will die deutsche Regierung  jahrelange Hängepartien verhindern, nach dänischen Vorbild soll eine sogenannte„vorläufige Anordnung“ möglich sein, durch die Teile der vorbereitenden Maßnahmen für Großprojekte schon vor dem Abschluss des Planfeststellungsbeschlusses begonnen oder durchgeführt werden können. Doch wie jetzt bekannt wurde, könnte die Finanzierung des Ostseetunnels zwischen Deutschland und Dänemark auf tönernen Füßen stehen.  Der Grünen Abgeordnete Konstantin von Notz  beurteilt ein EuGH Urteil als „letzten Warnschuss“ . Das Gericht hatte jüngst über das System der staatlichen dänischen Beihilfen für Infrastrukturprojekte entschieden. „Weitreichende Auswirkungen“ auf die Fehmarnbelt-Querung hält von Notz für realistisch: „Das wäre das endgültige Ende der Querung“.  Doch in Dänemark kommt man mit den vorbereitenden Bauarbeiten gut voran. Die dänische Seite wartet auf den deutschen Planfeststellungsbeschluss; er soll voraussichtlich zum Ende des Jahres gefasst werden. Danach stehe dem angepeilten Baustart nichts mehr im Wege, ist Holger Schou Rasmussen, Lollands Regionalbürgermeister, überzeugt. Während Deutschland diskutiert habe, „haben wir unsere Arbeit fortgesetzt“. Die archäologische Untersuchung des künftigen Baugrunds etwa sei bereits in vollem Gange: Es sei mit Vorlauf kalkuliert worden, damit nicht am Ende überraschende Funde die Planung verzögerten. Ähnlich argumentiert auf deutscher Seite die Bahn; die Bereiche entlang der geplanten Schienenanbindung zur Beltquerung werden ebenfalls bereits archäologisch untersucht.  shz.de , taz.de, ln-online.de

Transeuropaische Netze: Die europäischen Verkehrssysteme sollen so weit als möglich vereinheitlicht werden, um beispielsweise den Transport schneller und unkomplizierter zu gestalten. Die Infrastruktur von Energie und Telekommunikation sollen verbessert werden. Und das Satellitennavigationssystem Galileo wird entwickelt – ebenso ein wichtiger Punkt für Verkehr und damit den Transport und die Logistik. Der Verkehr beschränkt sich auch bei weitem nicht nur auf die Straße – bei den TEN geht es auch um die Vernetzung von Bahnstrecken, Häfen, Flughäfen, Wasserstraßen für die Binnenschifffahrt und Terminals für den Gütertransport. dispo.cc

Hamburg übernimmt in Estland: Die Hamburger Hafen und Lagerhaus AG HHLA hatte die Übernahme des lokalen Terminalbetreibers von dem Unternehmer Anatoli Kanajev schon im Juni abgeschlossen. Nun wurde er in HHLA TK Estonia umbenannt. dvz.de
E-Highway: Auf der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck entsteht eine Teststrecke für Oberleitung LKW.  abendblatt.de
Tallink: Neue LNG Fähre. schiffsjournal.de
Litauen: Nur noch elektronische Maut. verkehrsrundschau.de

Kultur und Gesellschaft:

Neues Museum in Vilnius: DasModernaus Menos Centras, kurz MO, ist seit dem 18. Oktober in Vilnius geöffnet.  Daniel Libeskind hat das Gebäude entworfen, das sich als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart versteht. Die Sammlung stellt den gesellschaftlichen und sozialen Wandel des Landes seit den 1960er Jahren dar. Zu sehen sind Arbeiten von 226 Künstler mit rund 4500 Gemälde, Zeichnungen, Drucke, Skulpturen, Fotografien und Videoarbeiten. Manche Stücke sind zum ersten Mal zu sehen. Eine breite Treppe verbindet den frei zugänglichen Skulpturengarten mit einer Dachterrasse. Sie ist ebenfalls für alle offen und bietet einen Ausblick über die historische Altstadt der litauischen Hauptstadt. tagesspiegel.de

Malmö: Von eingelegtem Schafsauge bis hin zu Maden in Parmesan: Das „Disgusting Food Museum“ in Malmö stellt die absonderlichsten Gerichte aus aller Welt aus – und wer sich traut, darf probieren. augsburger-allgemeine.de
Schweden: Gleichstellung ist ein Kernbegriff für das schwedische gesellschaftliche Selbstverständnis. Wo diesbezügliche Defizite geortet werden, werden umgehend Interessengruppen aktiv. Auch beispielsweise beim Funkalphabet.  nzz.ch
Glückliche Menschen in Schleswig-Holstein: Die Menschen in Deutschland sind laut dem „Glücksatlas“ weiter zufrieden mit ihrem Leben – und das liegt auch an der guten Lage der Wirtschaft. Zwischen Nord- und Ostsee leben in Schleswig-Holstein seit 2013 die zufriedensten Menschen – und sie bauten ihre Führung auf 7,44 Punkte minimal aus. kn-online.de
Neues Zentrum für Musik: Der estnische Komponist Arvo Pärt gilt als einer der bedeutendsten und meistgespielten lebenden Komponisten. In seiner Heimat wurde für den stillen Superstar der zeitgenössischen Musik nun ein neues Zentrum errichtet, das sich Leben und Werk des 1935 geborenen Musikers widmet. Rund 35 Kilometer westlich der Hauptstadt Tallinn öffnete das neue Arvo Pärt Zentrum am Mittwoch in Laulasmaa erstmals seine Tür.  nnn.de

In eigener Sache: Wir vom BalticSea Report sind immer auf der Suche nach News und Aktuellem aus dem Ostseeraum.
Schreiben Sie uns gern und weisen Sie uns auf Neues und Interessantes aus den Themenfeldern Politik, Technologie, Wissenschaft, Tourismus, Maritime Wirtschaft, Moblität, Regionales etc. rund um die Ostsee hin.
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