Finnland – Nationalbank: Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat sich bereits nahezu auf dem Niveau vor der Finanzkrise beschleunigt und ist ebenfalls breit aufgestellt. Die sehr expansive Geldpolitik hat sowohl für den Euroraum insgesamt als auch für die finnische Wirtschaft Rückenwind gebracht. Dennoch ist die Inflation verhalten geblieben. Die Leitzinsen sind niedrig und dürften über einen längeren Zeitraum und weit über den Horizont der Nettoinvestitionen hinaus auf dem derzeitigen Niveau bleiben.

Von Januar bis September 2018 und ggf. darüber hinaus werden monatlich 30 Mrd. Euro angekauft. Die starke Erholung der Wirtschaft des Euroraums und die Verringerung der Konjunkturflaute stützen das Vertrauen in die Inflation, das sich zu gegebener Zeit unserem Inflationsziel annähert“, erklärte Gouverneur Erkki Liikanen heute bei der Pressekonferenz zur Veröffentlichung der neuen Ausgabe der Zeitschrift Euro & talous. Um den Inflationsdruck weiter zu erhöhen und die Entwicklung der Gesamtinflation mittelfristig zu unterstützen, bedarf es noch ausreichender geldpolitischer Impulse.

Das Wachstum Finnlands hat sich auf den Exportsektor ausgeweitet, und die Leistungsbilanz dürfte nahezu ausgeglichen sein. Die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum sind gegeben, da die Exporte weiter steigen und sowohl die Beschäftigung als auch die Produktivität steigen. Um das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten und die Beschäftigungssituation langfristig zu verbessern, ist es unerlässlich, dass die Kostenwettbewerbsfähigkeit Finnlands auch in den kommenden Jahren auf einem günstigen Kurs bleibt“, betonte Gouverneur Liikanen. Derzeit deuten die Bedingungen der wichtigsten Tarifverträge darauf hin, dass Finnland einen leichten Wettbewerbsvorteil bei der Entwicklung der Arbeitskosten gegenüber seinen Handelspartnern haben wird. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Arbeitgeberbeiträge im Rahmen des Wettbewerbspakts gesenkt wurden. Die Tarifverträge, die in naher Zukunft in verschiedenen Sektoren abgeschlossen werden sollen, werden eine zentrale Rolle bei der Festlegung der künftigen Kostenwettbewerbsfähigkeit Finnlands spielen. Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde ist es besonders wichtig, dass der offene Sektor der Wirtschaft den Weg für die Lohnentwicklung in Finnland weist“, fügte Gouverneur Liikanen hinzu.

Der konjunkturelle Aufschwung und Maßnahmen zur Verbesserung der öffentlichen Finanzen haben das gesamtstaatliche Defizit und den öffentlichen Schuldenstand verringert. Allerdings besteht nach wie vor ein Haushaltsdefizit, und die langfristigen Aussichten bleiben herausfordernd. Steigende Pflege- und Rentenkosten aufgrund der großen Überalterung der Bevölkerung und die Verlangsamung des Produktivitätswachstums belasten die Aussichten für die öffentlichen Finanzen. Die Lage der öffentlichen Finanzen kann durch Strukturreformen entspannt werden. Die Rentenreform hat die Aussichten bereits deutlich verbessert. Weitere kurzfristige politische Entscheidungen, die eine wichtige Rolle spielen werden, sind die Sozial- und Gesundheitsreform sowie verschiedene Maßnahmen zur langfristigen Stärkung der Beschäftigung“, fügte Gouverneur Liikanen hinzu.

Bei der Stärkung von Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und finanzieller Nachhaltigkeit ist es sinnvoll, die Ergebnisse der Wirtschaftsforschung zu nutzen. Die Forschungsergebnisse zeigen auf, wie die festgelegten Ziele erreicht werden können und was sich aus den verschiedenen wirtschaftspolitischen Optionen ergeben würde. Ein neues Wirtschaftsinstitut wird derzeit in Finnland gegründet, und die Bank von Finnland hat beschlossen, das Projekt zu unterstützen. Qualitativ hochwertige Wirtschaftsforschung und -ausbildung sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass sich die Entscheidungsträger auf die Unterstützung einer fundierten Wirtschaftsanalyse verlassen können“, betonte Gouverneur Liikanen.

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